Die Autoren:

Hubertus Godeysen wurde 1949 in der Hansestadt Lüneburg geboren, wuchs in
Niedersachsen auf. Nach dem Abitur journalistische Ausbildung in Hannover,
anschließend Offizier in der deutschen Bundeswehr. Von 1980 bis 1998
Pressearbeit für mehrere norddeutsche Landesregierungen und Verbände, danach
bis 2009 Stabstätigkeit für internationale Organisationen. Schreibt seit 2007
als freier Journalist und Buchautor aus Wien und Norddeutschland. Mit seinen
Kaprun-Recherchen löste Godeysen 2009 ein internationales Medienecho aus.
Godeysen schrieb für die EDITION VA bENE bereits
zwei Bücher: „Piefke – Kulturgeschichte einer Beschimpfung“ und „ÖBB. Schwarze
Löcher – Rote Zahlen. Wie Österreichs Zukunft durchbohrt wird“. Seit der
Katastrophe von Kaprun lassen ihm das Schicksal der Hinterbliebenen und die
international mit Empörung aufgenommenen Freisprüche keine Ruhe.

Mag. Hannes Uhl wurde 1972 in Zell am See/Salzburg geboren, wuchs auf
in Piesendorf, dem Nachbarort von Kaprun, und hat deshalb einen besonderen
Bezug zur Region – er ist selbst Dutzende Male mit der Gletscherbahn auf das
Kitzsteinhorn gefahren. Studium der Germanistik und Geschichte in Wien. 1998
Redaktionslehrgang für Magazinjournalismus, eine Kooperation des
Publizistikinstituts der Universität Wien und dem Nachrichtenmagazin „profil“.
Danach freier Mitarbeiter für „Standard“, „Salzburg TV“ und „News“-Verlag sowie
ein halbjähriger Abstecher in die PR-Branche. Ab 2001 Redakteur des „Kurier“ im
Ressort Chronik, seit 2008 stellvertretender Leiter im Sonntag-Ressort. Mit der
Katastrophe von Kaprun und deren juristischer Aufarbeitung beschäftigt sich der
Kurier-Redakteur intensiv seit dem Jahr 2009. |
Reihe: "Eine Recherche"
Hubertus Godeysen / Hannes Uhl
Das Kaprun-Komplott
Eine österreichische Katastrophe
ca. 350 Seiten, Format 21 x 15 cm
Neuleinen mit farbigem Schutzumschlag
ISBN 978-3-85167-263-3
€ 24,90 |
Der Inhalt:
Am 11. November 2000 kam es im Tunnel der Kapruner Gletscherbahn zur größten
Katastrophe der österreichischen Nachkriegszeit. 155 Kinder, Jugendliche,
Frauen und Männer starben in einer Bahn, die als „tickende Zeitbombe“ mehrere
Jahre Wintersportler auf das Kitzsteinhorn fuhr. Sie starben, weil staatliche
Aufsichtsorgane versagten, die Betreiber schlampten und unzulässiges
Hydrauliköl aus undichten Leitungen tropfte, das von einem unsachgemäß
eingebauten Haushalts-Heizlüfter entzündet wurde. Das brennende, unter hohem
Druck stehende Öl breitete sich aus und entfachte ein Inferno. Es gab keinen
Brandschutz, keine Feuerlöscher, keine Nothammer, keine Türöffner und keine
Kommunikation zum Zugführer oder zur Außenwelt. Die brennenden, aus nicht
genehmigten Materialien bestehenden Dach- und Wandverkleidungen setzten
Nervengifte frei, an denen noch im 2,5 km entferntem Gegenzug und im 3 km
entfernten Alpinzentrum Menschen erstickten.
16 Beschuldigte wurden von der Salzburger Staatsanwaltschaft angeklagt:
Verantwortliche der staatsnahen Gletscherbahnen AG, die Bewilligungs- und
Prüforgane des Verkehrsministeriums, sowie der TÜV. Nach 63 Verhandlungstagen
sprach ein Einzelrichter am 19. Februar 2004 alle Angeklagten frei, verschob
aufgrund von dafür günstigen Gutachten die Verantwortung für die Katastrophe
nach Deutschland und wurde durch eine von vielen mit Kopfschütteln bewertete
Berufungsverhandlung bestätigt. Während weltweit der Kaprun-Prozeß massiv
kritisiert wurde, wehrte die österreichische Justiz jahrelang alle
internationalen Klagen mit nachfragewürdigen Begründungen ab. Es bleibt die
Frage: Machte sie sich damit zum Erfüllungsgehilfen des Tourismus? Deckte sie
gar Staatsversagen? Antworten darauf gibt dieses Buch.
Der von vielen als schmählich empfundene Umgang der Republik Österreich mit den
bedauernswerten Opfern dieser Brandkatastrophe beschädigt bis heute das
internationale Ansehen Österreichs und – für so manchen Rechtsexperten – auch
das seiner Justiz. |